Kann man ein Mobiltelefon legal überwachen?
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Ist der Vertrieb von Überwachungs-Apps legal?


Wir möchten Ihnen zunächst einige Erläuterungen dazu geben, ob es rechtlich zulässig ist, dass Überwachungs-Apps im Internet zum Kauf angeboten werden. Schaut man sich die Gesetze gegen Spionage genauer an – so wird nämlich der Vorgang bezeichnet, wenn man eine Person ohne deren Einwilligung mit einer Überwachungs-App auf dem Mobiltelefon oder mit einem anderen Mittel bespitzelt –, geht ganz klar daraus hervor, dass dieser Tatbestand mit hohen Geldstrafen oder sogar einer mehrjährigen Gefängnisstrafe geahndet werden kann.

Der deutsche Gesetzgeber ist hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre sehr streng und verbietet es, dass solche Mittel – egal aus welchem Grund auch immer – dazu benutzt werden, um Informationen aus dem Privatleben einer Person zu erhalten.

Daher mag man sich fragen, warum es dann so einfach ist, diese Applikationen im Internet zu finden, ein Abonnement abzuschließen und sie dann herunterzuladen. Die Websites, die diese Software anbieten, sind allerdings nicht illegal und die Apps selbst sind unter bestimmten Voraussetzungen vom Gesetzgeber autorisiert. Sie werden jedoch in der Folge noch erfahren, dass nur bestimmte Einsatzzwecke rechtlich zulässig sind. Vor allem gilt, dass die überwachte Person über das Vorhandensein eines solchen Programms auf ihrem Gerät informiert werden und sich explizit damit einverstanden erklären muss.

Insofern kann man sagen, dass Überwachungs-Apps oder Spionage-Apps ihren Namen eigentlich zu Unrecht tragen, denn ab dem Moment, in dem die Person, auf deren Mobiltelefon die Anwendung installiert ist, darüber informiert ist, kann man nicht mehr von Spionage oder Bespitzeln sprechen. Allerdings nutzen einige diese Programme für illegale Zwecke, indem sie damit beispielsweise einem vermeintlich untreuen Partner hinterherspionieren oder eine andere Person aus persönlichen Gründen bespitzeln. Da die Applikationen nach der Installation auf dem Telefon oder Computer sehr diskret sind, sind sie für den Telefonnutzer ganz und gar unsichtbar. Wir weisen allerdings nochmals darauf hin, dass Sie sich bei Einsatz einer Überwachungssoftware ohne Information der betreffenden Person strafbar machen und Ihnen strafrechtliche Konsequenzen drohen, sofern diese Person die Spionage bemerkt und Sie wegen Verletzung der Privatsphäre anzeigt.

Fazit: Verkauf und Herunterladen dieser Applikationen sind möglich, wobei diese nur für ganz bestimmte Zwecke zugelassen sind. Da der Anbieter nicht kontrollieren kann, was der Käufer mit der Software vorhat, ist Missbrauch leider nicht ausgeschlossen. Der Vertreiber der Software haftet auf keinen Fall für die Bespitzelung einer Person ohne deren Einverständnis und die daraus resultierenden Konsequenzen.

 

Wie nutzt man eine Überwachungs-App, ohne sich strafbar zu machen?


Bevor Sie mehr darüber erfahren, für welche Zwecke man eine Überwachungs-App legal nutzen kann, weisen wir Sie zunächst darauf hin, dass es auf dem Markt verschiedene Arten von Spionagesoftware gibt. Wie bereits erwähnt, sind einige dieser Programme für den Nutzer des überwachten Telefons vollkommen unsichtbar. Bei anderen dagegen erscheint im Menü des Telefons das Icon bzw. die Schaltfläche der entsprechenden Überwachungssoftware. Bei den Applikationen, die für den User unsichtbar sind, ist es jedoch möglich, auf Wunsch ein entsprechendes Icon anzeigen zu lassen.

Damit der Einsatz einer Überwachungs-App legal ist, muss die überwachte Person zwingend auf die eine oder andere Art über das Vorhandensein der Software auf dem Gerät informiert werden. In der Folge werden Sie erfahren, dass bestimmte Fälle, in denen Eltern aus Sicherheitsgründen ihre Kinder oder Unternehmen ihre Mitarbeiter überwachen, rechtlich zulässig sind, sofern die betreffenden Personen vorab darüber informiert wurden.

Die meisten Überwachungs-Apps auf dem Markt sind allerdings so angelegt, dass sie eine maximale Diskretion bieten. Daher werden sie leider auch dazu benutzt, um jemanden ohne dessen Wissen auszuspionieren. Sobald die Person über die Rechtswidrigkeit und das damit verbundene Risiko dieser Vorgehensweise informiert ist, ist sie selbst für ihr Tun verantwortlich und riskiert bei Entdeckung die oben erwähnten Sanktionen.

 

Kann man ein Kind legal mit einer Überwachungs-App kontrollieren?

Sehen wir uns nun zunächst den präzisen Fall an, in dem Eltern mithilfe einer Überwachungs-App ihre Kinder aus der Ferne überwachen. Dies sind die Hauptnutzer solcher Applikationen, deren moderne Technologie hier dazu dient, die Sicherheit der Kinder zu garantieren.

Sofern das Kind minderjährig ist und Sie der gesetzliche Vertreter sind, haben Sie das Recht, auf dem Mobiltelefon des Kindes eine Überwachungs-App zu installieren. Beachten Sie jedoch, dass auch hier das Prinzip des Schutzes der Privatsphäre gilt und – selbst wenn dies in Deutschland im Gesetz nicht ausdrücklich festgelegt ist – Sie Ihr Kind darüber informieren sollten, wenn auf dessen Telefon eine Überwachungssoftware installiert ist.

Die Möglichkeiten, die eine derartige Applikation zur Überwachung des Kindes bietet, sind sehr umfangreich. Sie reichen von der GPS-Ortung, mit deren Hilfe Sie den Aufenthaltsort bestimmen können, und der Möglichkeit, einen Hinweis zu erhalten, sobald es eine bestimmte geografische Zone verlässt, über die ferngesteuerte Aktivierung des Mikrofons, um zu hören, was im Umfeld des Telefons passiert, bis hin zum Zugriff auf die Konten der sozialen Netzwerke und Instant-Messaging-Dienste, auf die Navigationshistory sowie auf detaillierte Angaben zu Telefonaten und gesendeten bzw. empfangenen SMS.

Natürlich müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Kind – vor allem wenn es bereits im jugendlichen Alter ist – ganz und gar nicht damit einverstanden ist, dass Sie Zugriff auf alle diese Daten haben. Doch die Entwickler dieser Programme haben sich dafür eine Lösung einfallen lassen: Im Control-Panel lassen sich nämlich bestimmte Überwachungsfunktionen deaktivieren. Dadurch können Sie mit dem Kind zusammen festlegen, welche Applikationen Sie überwachen und ihm in andern Punkten seine Privatsphäre lassen.

 

Kann man Mitarbeiter mit einer Überwachungs-App legal kontrollieren?

Der zweite Fall, in dem Überwachungs-Apps häufig zum Einsatz kommen, ist die Kontrolle der Mitarbeiter durch das Unternehmen. Diese Praxis ist bei Einhaltung bestimmter Bedingungen durchaus legal.

Die Mitarbeiter müssen in diesem Fall zwingend über die Überwachung informiert werden und sich explizit damit einverstanden erklären, dass die Software auf dem beruflich genutzten Telefon oder Computer installiert wird. Wenn die Zustimmung des Mitarbeiters vorliegt, steht dem Einsatz der App nichts entgegen.

Im Übrigen sollte man wissen, dass alle persönlichen Informationen und Daten, zu denen das Unternehmen durch diese Software Zugang hat, vertraulich bleiben müssen und vom Unternehmen nicht verwendet werden dürfen, sofern durch sie die Qualität der geleisteten Arbeit nicht beeinflusst wird. Die Überwachung eines Mitarbeiters, die sich auf den privaten Bereich erstreckt, ist also nicht zulässig.

Mit diesen Programmen kann man beispielsweise die Strecken von Außendienstmitarbeitern oder Fahrern kontrollieren. Zudem bieten sie die Möglichkeit zu verifizieren, ob die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Geräte ausschließlich für berufliche Zwecke und nicht zur exzessiven Kommunikation in sozialen Netzwerken während der Arbeitszeit genutzt werden. In diesem Fall bietet es sich unter Umständen an, im Control-Panel den Zugriff auf bestimmte Applikationen zu blockieren.

Als Fazit gilt, dass die unsichtbare Nutzung einer Überwachungs-App unter Umständen illegal ist. Daher raten wir Ihnen ausdrücklich, sie nur für rechtlich zulässige Zwecke einzusetzen. Denken Sie immer daran, die überwachte Person über das Vorhandensein der Software auf Telefon oder Tablet zu informieren, selbst wenn es reizvoll sein kann, nichts zu sagen und sich als Spion zu betätigen.