Ist die Überwachung des Telefons des Ehepartners legal?
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So ist die Gesetzeslage in Sachen Überwachung des Partners


Sehen wir uns zunächst genauer an, wie der deutsche Gesetzgeber die Überwachung des Partners einstuft, wobei es keine Rolle spielt, ob man verheiratet ist oder nicht. Vom Grundsatz her wird das Einholen persönlicher Informationen durch Täuschung oder auch Gewalt durch das Gesetz schwer bestraft.

Doch über diesen Grundsatz hinaus ist die Rechtslage etwas subtiler. Teilt Ihnen Ihre Freundin oder Ihr Freund, Ihre Ehefrau oder Ihr Ehemann von sich aus die Zugangsdaten zu ihrem/seinem Handy, E-Mail-Postfach oder einem Konto der sozialen Netzwerke mit, dann wird das Herumschnüffeln im betreffenden Handy, E-Mail-Postfach oder Facebook-Konto von Gesetzes wegen nicht zwangsläufig als Vergehen betrachtet. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass die ausspionierte Person den Zugang zu ihren privaten Informationen dem Partner freiwillig möglich gemacht hat. Dies gilt unabhängig davon, ob die betroffenen Personen verheiratet sind, in einer Lebensgemeinschaft oder überhaupt nicht zusammenleben.

Gesetzlich verboten ist allerdings jedes Ausspionieren des Partners ohne dessen Wissen und ohne dass dieser den Zugang zu seinen persönlichen Konten bewusst ermöglicht hat. Die Tatsache, dass man mit einer Person verheiratet ist, rechtfertigt auf keinen Fall, deren Privatsphäre nicht zu respektieren.

In der Folge lesen Sie, dass dieser Grundsatz auch für Überwachungs-Apps gilt.

 

Kann man eine Überwachungs-App einsetzen, um das Handy seiner Freundin beziehungsweise seines Freundes auszuspionieren?


Wir kommen nun zum Kern der Sache, nämlich zu den Überwachungs-Apps, die im Internet legal erhältlich sind. Es sei daran erinnert, dass es sich dabei um Spionagesoftware handelt, mit der man aus der Ferne alle auf einem bestimmten Mobiltelefon gespeicherten Daten einsehen oder speichern kann, sofern die Software auf dem betreffenden Gerät installiert ist.

Grundsätzlich kann man diese auf dem Handy des Partners oder des Freundes bzw. der Freundin einsetzen, sofern eine Bedingung erfüllt ist: Er oder sie muss sich damit einverstanden erklärt haben. Wenn Sie die Partnerin oder den Partner darüber informiert haben, dass auf ihrem bzw. seinem Mobiltelefon eine solche Software installiert ist, und sie bzw. er damit einverstanden ist, dass Sie darüber auf ihre/seine persönlichen Daten zugreifen, dann stellt dies rechtlich gesehen kein Problem dar.

Wenn Sie allerdings Ihre Partnerin bzw. Ihren Partner ohne vorheriges Einverständnis überwachen, dann drohen Ihnen strafrechtliche Konsequenzen sobald sie oder er Ihnen auf die Schliche kommt.

 

Welches Risiko geht man ein, wenn man das Handy seines (Ehe)Partners mit einer Überwachungssoftware ausspioniert?

Will man das Handy des (Ehe)Partners ausspionieren und dabei nicht gegen die gesetzlichen Regelungen in Zusammenhang mit dem Schutz der Privatsphäre verstoßen, dann bleibt nur die Möglichkeit, vor der Installation der Software das Einverständnis der betreffenden Person einzuholen. Wenn Sie allerdings eine solche Spionage-App im Internet herunterladen und in der Folge auf einem Handy installieren, dann wird weder ein Nachweis darüber verlangt, dass dieses Einverständnis vorliegt, noch müssen Sie Rechenschaft darüber ablegen, was Sie genau mit der Software vorhaben. Es kommt daher vor, dass jemand aufgrund von Zweifeln an der Treue der Partnerin oder des Partners eine solche Applikation für unlautere Zwecke nutzt, nämlich um heimlich die Aktivitäten der betreffenden Person zu überwachen. Dies ist jedoch eine strafbare Tat, die folglich das Risiko einer Strafverfolgung birgt.

Entdeckt der ausspionierte Partner, dass er gegen seinen Willen überwacht wurde, kann er Anzeige erstatten und die Sache vor Gericht bringen. Die Strafen werden dabei meist proportional zu den Folgen oder Schäden, die durch die Überwachung entstanden sind, verhängt. Dabei kann es sich entweder um konkrete Vermögensschäden handeln (wenn beispielsweise Bankdaten ausspioniert und missbräuchlich verwendet wurden) oder um psychologische Folgen handeln. Die Schwere des Vergehens wird vom Gericht, das über den Fall zu entscheiden hat, eingeschätzt; davon hängt letztlich das jeweilige Strafmaß ab. Bei schweren Vergehen können hohe Geldstrafen oder sogar Gefängnisstrafen verhängt werden.

Die Anbieter von Überwachungs-Apps weisen darauf hin, dass bestimmte Einsatzzwecke der Software illegal sind. Sie können aber auf keinen Fall dafür verantwortlich gemacht werden, was der jeweilige Käufer mit einer solchen App macht. Wenn Sie eine solche App kaufen, dann sind Sie alleine für deren Nutzung verantwortlich. Halten Sie sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften, gehen Sie ein Risiko ein und müssen die Konsequenzen verantworten, wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin Ihnen auf die Schliche kommt.

Manche Menschen, deren Ehe oder Beziehung gerade an einem Tiefpunkt angekommen ist, könnten dazu neigen, mit einer Telefonüberwachung Beweise für die Untreue des Gatten, Partners oder Freundes zu erhalten, um damit eine Trennung beziehungsweise Scheidung einzuleiten oder zu beschleunigen. Rechtlich gesehen sind solche Informationen allerdings vollkommen wertlos und haben vor Gericht keinen Bestand, da sie auf illegale Weise beschafft wurden. Im Gegenteil: Sie könnten sich in einem Scheidungsprozess sogar negativ für Sie auswirken.

Denken Sie also genau darüber nach, bevor Sie Ihren (Ehe)Partner gegen dessen Wissen mit einer solchen Software ausspionieren.

 

Warum sind Überwachungs-Apps legal erhältlich, obwohl das Ausspionieren des Partners illegal ist?

Nachdem Sie die vorstehenden Informationen gelesen haben, fragen Sie sich vielleicht, warum auf der einen Seite das Ausspionieren der Partnerin oder des Partners zwar gesetzlich untersagt ist, warum aber auf der anderen Seite Überwachungs-Apps legal erhältlich sind.

Wir sind bereits kurz darauf eingegangen, dass Überwachungssoftware als solche nicht grundsätzlich verboten ist, dass allerdings deren Einsatz ganz genau geregelt ist. Abgesehen vom Ausspionieren der Partnerin oder des Partners gibt es nämlich bestimmte Fälle, in denen diese Applikationen nützlich und vom Gesetzgeber durchaus zugelassen sind. Dafür einige Beispiele:

Überwachungs-Apps werden beispielsweise besonders von Eltern geschätzt, die gerne ein Auge auf die Onlineaktivitäten ihrer minderjährigen Kinder werfen möchten. Angesichts der zahlreichen Gefahren, die im Internet lauern, und angesichts der Tatsache, dass heutzutage immer mehr Kinder und Jugendliche ein Smartphone besitzen, befürchten viele Eltern, dass ihre Kinder Kontakte mit unredlichen Menschen schließen oder das Opfer von Cybermobbing werden. In diesem Fall kann sich eine Überwachungssoftware als sehr hilfreich erweisen, da sie zahlreiche Features bietet, um besorgte Eltern zu beruhigen. So können diese zum Beispiel das Handy des Kindes jederzeit orten, SMS und MMS einsehen, Anrufe oder Nachrichten von E-Mail-Diensten überwachen und so mögliche Gefahren erkennen. Die Software kann insofern die elterliche Kontrolle unterstützen, als dass die Eltern damit von ihrem Control-Panel aus den Zugriff auf bestimmte Applikationen und Websites einschränken oder ganz blockieren können. Achtung! Eine derartige Überwachung von Kindern ist zwar vom Gesetzgeber zugelassen, es handelt sich dabei nicht um Spionage im eigentlichen Sinn, doch im Sinne eines vertrauensvollen Verhältnisses sollten selbst minderjährige Kinder darüber informiert werden, dass auf ihrem Telefon eine solche App installiert wurde.

Für Unternehmen kann der Einsatz solcher Überwachungs-Apps ebenfalls sinnvoll sein. Es kommt mittlerweile nicht selten vor, dass ein Unternehmensleiter beschließt, eine derartige Applikation auf den beruflich genutzten Mobiltelefonen seiner Mitarbeiter zu installieren. Damit kann er den Kalender und die Termine der Angestellten direkt einsehen, ihre geschäftlichen Fahrten und Reisen überwachen und bestimmte Funktionen einschränken oder blockieren, die keinen direkten Bezug zur Arbeit haben. Allerdings gibt es in diesem Fall ebenfalls bestimmte Bedingungen, die einzuhalten sind. So muss jeder Mitarbeiter, auf dessen Telefon eine Spionage-App installiert wird, zuvor darüber informiert werden und sich schriftlich damit einverstanden erklären. Auf diese Weise die privaten Telefone und mobilen Geräte der Mitarbeiter zu überwachen, ist allerdings nicht möglich.

In seltenen Fällen kann es zudem möglich sein, dass jemand damit einverstanden ist, dass eine solche Überwachungs-App auf seinem Smartphone installiert wird und der Partner oder Ehegatte dadurch Zugriff auf alle Informationen hat. Hintergrund könnte sein, dass man diesen damit von seiner Aufrichtigkeit und Treue überzeugen will. Auch Sicherheitsaspekte können für eine solche Entscheidung eine Rolle spielen, da das Handy so jederzeit geortet werden kann.

 

Warum sind eifersüchtige Menschen von Überwachungs-Apps so angetan?


Im Grunde genommen kann sich jeder denken, dass die Überwachung des (Ehe)Partners illegal und damit strafbar ist, und doch laden viele eine solche Software gerade zu dem Zweck herunter, den Partner, Ehegatten oder Freund ohne dessen Wissen auszuspionieren. Diese Applikationen bieten wirklich ausgesprochen interessante Features, um umfangreiche Informationen über eine andere Person zu erhalten. Nachfolgend eine Auflistung der Funktionen dieser Art von Applikation und ihre Nutzen, wenn man an der Treue des Partners zweifelt.

  • GPS-Ortung: Damit kann man nachvollziehen, ob der (Ehe)Partner sich an dem Ort befindet, wo er sein soll, oder ob er/sie heimlich bestimmte Personen frequentiert.
  • SMS und MMS: Damit kann man aus der Ferne alle Nachrichten einsehen, die der (Ehe)Partner gesendet oder empfangen hat, inkl. Datum und Uhrzeit sowie Sender beziehungsweise Empfänger dieser Nachrichten.
  • Anrufe und Aufzeichnung: Die Anrufliste des Telefons ist mit einer solchen Spionage-App ebenfalls aus der Ferne abrufbar. Mit einigen neueren Versionen kann man sogar die Anrufe aufzeichnen und später abhören.
  • Mailkonten und soziale Netzwerke: Da SMS und Anrufe bekanntermaßen nicht die einzigen Kommunikationsmöglichkeiten sind, hat man Zugriff auf alle Konten des Telefons, egal ob es sich dabei um das E-Mail-Postfach oder um andere Instant-Messaging-Dienste beziehungsweise Social-Network-Konten der Partnerin oder des Partners handelt. Auf diese Weise ist man über alle mit dem Telefon geführten Kommunikationen auf dem Laufenden.
  • Konsultation von Websites: Selbst wenn der Partner den Browserverlauf regelmäßig löscht, um so seine Aktivitäten im Internet geheim zu halten, entgeht einem mit einer Überwachungs-App nichts, denn man kann aus der Ferne detailliert nachvollziehen, welche Websites (inkl. der URL) wie lange besucht wurden.
  • Fotos und Videos: Über eine solche Applikation hat man Zugriff auf alle auf dem Telefon befindlichen Fotos und Videos, egal ob der Partner diese selbst aufgenommen oder von einer anderen Person erhalten hat.
  • Audio-/Videoaufnahmen: Wenn man wissen möchte, wo sich die Partnerin bzw. der Partner genau befindet und was sie oder er tut, dann kann man bei besonders ausgereiften Apps zusätzlich zur oben erwähnten Geolokalisierung das Mikro oder die Kamera des Telefons aus der Ferne auslösen und auf diese Weise genau nachvollziehen, was in der Umgebung vor sich geht.

Der versteckte Modus ist ein weiterer nicht zu vernachlässigender Vorteil von Überwachungs-Apps, um die Ehefrau oder den Ehemann auszuspionieren. Ist eine Spionage-App erst einmal auf einem Handy installiert, dann ist sie für den Nutzer des Telefons nicht erkennbar. Wenn der versteckte Modus aktiviert ist, erscheint im Menü des Telefons nämlich keinerlei Icon, das auf die Applikation hinweist. Die überwachte Person kann weder erkennen, dass auf ihrem Telefon eine solche Software installiert ist (sofern sie nicht darauf hingewiesen wird), noch die Applikation deinstallieren. Nur die überwachende Person ist in der Lage, die Software vom Control-Panel aus online zu verwalten.

 

Wie nutzen manche Menschen eine Überwachungs-App, um damit den Partner auszuspionieren?


Sie haben nun erfahren, dass Überwachungs-Apps entgegen der gesetzlichen Vorschriften von manchen dazu benutzt werden, die Partnerin oder den Partner auszuspionieren. In der Folge lesen Sie, dass eine solche diskrete Überwachung des Partners allerdings nicht ganz so einfach ist, wie man auf den ersten Blick vielleicht denken mag.

Wenn man nämlich die Partnerin oder den Partner mit einer Spionage-App diskret überwachen möchte, muss man zunächst das entsprechende Handy eine bestimmte Zeit physisch in Händen haben und gegebenenfalls den Code zum Entsperren kennen, da eine Überwachungs-App nicht aus der Ferne installiert werden kann. Man muss die Applikation auf das Zieltelefon herunterladen und die diversen Schritte für die Installation auf diesem Handy durchführen. Um alle Features der Spionage-App nutzen zu können, muss in bestimmten Fällen zunächst einen Jailbreak oder ein Rooting durchgeführt werden, was in der Regel etwas Zeit in Anspruch nimmt. Demzufolge muss man sicher sein, bei dieser Manipulation nicht von der zu überwachenden Person ertappt zu werden. Raffinierte « Spione » vergessen natürlich nicht, in der Applikation den Haken für den versteckten Modus zu setzen, damit die Überwachung auf dem Smartphone nicht erkennbar ist, und auch den Browserverlauf, insbesondere die Website zum Herunterladen der Software, zu löschen.

Der Rest ist dann eine Frage der Diskretion. Man sollte jedoch bedenken, dass man beim Zugriff auf alle Daten des Telefons der Partnerin oder des Partners möglicherweise auf Dinge stößt, über die man am liebsten nichts gewusst hätte. Sollte man unangenehme Entdeckungen machen, beispielsweise Lügen oder Untreue, ist es besser, seinen Zorn im Zaum zu halten und die Partnerin oder den Partner nicht sofort darauf ansprechen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass alles auffliegt und die Angelegenheit angezeigt wird, mit den entsprechenden, oben erwähnten, Folgen.

Nun wissen Sie über alle Risiken und Folgen Bescheid und müssen selbst entscheiden, ob Sie das mit dem Ausspionieren des (Ehe)Partners verbundene Risiko eingehen, wobei Sie dann unter Umständen die Folgen tragen müssen.